Ein Wort über Kunst
Weiche noch nicht Freund, Freundin. Es ist die Kunst die uns verbindet. Es ist auch die Kunst die mich mit Friedrich Schiller verbindet, obwohl dieser schon seit Jahrhunderten nicht mehr unter uns weilt. Man sieht, die Kunst ist immer der Zeit voraus. Sie schafft Räume für Möglichkeiten. Und diese Möglichkeiten zu leben ist Aufgabe jedes Künstlers. Dabei muss es ihm theoretisch genügen, der einzige Beobachter seiner Kunst zu sein. Denn man muss es um der Kunst willen tun. Eine mögliche Beschreibung von Liebe ist das gemeinsame erleben und vielleicht sogar zusammenlegen von Kunsträumen und ihren Möglichkeiten. Kunst findet generell nur im Inhalt statt, sie kann sich aber nicht formlos bewegen oder bemerkbar machen. Meditation kommt formloser Kunst nahe, ist aber dadurch auch nur alleine erlebbar.
Wird die Kunst in Texte oder in Noten oder sonst wie in Dauer gebracht, kann sie ihre Wirkung für jeden Beobachter erfahrbar machen. Das gemeinsame Wahrnehmen und der Austausch über dauerhafte Kunst ist eine von wenigen Möglichkeiten Sinn im Leben zu stiften. Das Leben sollte doch mehr als nur ein kühles, mechanisches Funktionieren sein. Man sollte es mit Brücken zu gemeinschaftlichem Erleben von Sinn versehen. Und der Kunstraum ist einer der wenigen Räume, der genau das möglich macht.